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Jolanda Dessì
vergoldet und versilbert. |
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Jolanda Dessì
Eigentlich wollte Jolanda Dessi Lastwagenfahrerin oder Sängerin oder
Innendekorateurin werden. Sie wurde Vergolderin.
Ihr gefiel der Gedanke, mit den Händen zu schaffen, erschaffen,
verändern, formen.
Der Beruf der Vergolderin gehört zu den ältesten Handwerksberufen.
Um das hauchdünne Goldblatt auf einem Untergrund haften zu lassen, muss
das Material mit einem Kreide-Hautleim-Grund grundiert werden. Dieser
Grund soll durch schleifen die gewollte Struktur erhalten. Danach wird
die Fläche mit einer Tonerde-Leimschicht gefasst. Das hauchdünne
Goldblatt wird mittels Vergolderkissen und eines Anschiessers, (breiter,
flacher Pinsel) auf die gewünschte Stelle gelegt. Mit einem Achat wird
dann die vergoldete Fläche poliert. |
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1.
Die Grundlage für ein vergoldetes Ciotola, ist, wie es das Wort schon
sagt, ein Ciottolo, auf gut Deutsch ein Kieselstein.

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2.
Dieser wird mit Japanpapierteilen und ...
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3.
...Eingekochtem Weissmehl überzogen. Das braucht mehrere Schichten.

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4.
Danach braucht es rund
3-4 Tage um richtig auszutrocknen.

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5.
Immer wieder muss abgewartet werden, bis die aufgetragene
Grundierung angetrocknet ist. Nicht ganz trocken, leicht feucht. Das
kann bis zu 20 Minuten dauern. Das Wetter bestimmt. Klar, das ist
jahrelange Erfahrung der Vergolderin

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6.
Nach dieser aufwändigen Prozedur wird das Ciotola nass
geschliffen und ist danach, nach dem erneuten Trocknen, schon sehr fein.
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7.
Hier ein getrocknetes
Teil…
Um das Teil zu vergolden braucht es erst eine Grundierung. Diese wir
nach einem alten Rezept hergestellt. Schon die alten Ägypter haben auf
die gleiche Weise vergoldet.

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8.
Es handelt sich um einen
Kreidegrund (Tierischer Hartleim wird mit verschiedenen Kreiden
gemischt). Die Grundierungen müssen immer zuerst gewärmt werden, weil
sie kalt recht hart sind.
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9.
Diese Grundierung muss bis zu
zehnmal darüber gepinselt werden. Wiederum eine Trockenpause und erneut
wird das Ciotola geschliffen. Nun trocken.

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10.
Zuerst mit gröberem,
dann mit feinerem Schleifpapier, bis ein zarter Untergrund entsteht. Das
ist entscheidend. Denn je feiner geschliffen wird, desto glänzender die
Vergoldung
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11.
Bevor das Blattgold
aufgetragen wird, kommt eine weitere Grundierung,. Es handelt sich um
Polyment. Dieses wird aus tierischem Hartleim und Tonerde hergestellt.
Natürlich von der Vergolderin selbst. Erneut, warten, bis die
Grundierung trocken ist.

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12.
Danach wird die Grundierung
mit dem sogenannten „Hund“ abgerieben, damit die Oberfläche schliesst
und noch zarter wird. Alles muss absolut fettfrei sein! Hier am Beispiel
einer zu vergoldenden Schale, die gerade die richtige Phase erreicht
hat.
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13.
Nun wird Polyment aufgetragen.
Das braucht es, damit das Blattgold hält. Wichtig hier ist, dass das
Polyment stets die richtige Temperatur hat.

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14.
Und nun, was hat diese
Handcrème hier noch zu suchen? Ich dachte, alles müsse absolut fettfrei
sein?
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15.
Aha, der Hals wird damit
eingecrèmet?
Spannend…

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16.
Blattgold ist leichter als ein
Hauch: 1 zu 7000 Milimeter. Es kann unmöglich von Hand angefasst bzw.
aufgetragen werden.
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17.
Endlich, das Werkmaterial wird
bereit gelegt: Das Vergolderkissen, das Messer und der Anschiesser…

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18.
Und nun, Achtung, Fertig, Los!
Sorgfältig wird ein Silberblatt vom Block gelöst und auf das
Vergolderkissen gelegt.
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19.
Mit dem Messer in Stücke
gehackt. Sieht brachial aus, wie das hauchzarte Blattsilber gehackt
wird….

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20.
Nun wird ein „Bäseli“
kurz über den eingefetteten Hals gestrichen. Dieser minimalste
Fettanteil auf dem „Bäseli“ zieht das Blattgold an.
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21.
Zack, wie ein Magnet wird das edle Blatt angezogen.

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22.
Und so auf das zu
vergoldende Teil gelegt.
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23.
Und Blättli um Blättli aufgelegt. Danach kommt erneut eine Phase
des Trocknens. Auch hier gilt: leicht feucht, doch nicht zu nass.

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24.
Wenn denn das zu vergoldende Stück wiederum die richtige
Trockenphase erreicht hat, kommt ein besonderes Werkzeug zum Zug.
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25.
Die Spitze ist ein Achat. Mit diesem wird das vergoldete Teil
poliert. Hier am Beispiel eines Rahmens, der gerade die richtige Phase
erreicht hat. Wäre das Blattgold zu trocken, gäbe es Kratzer…

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26.
Millimeter für Millimeter wird poliert. Das Blattgold wird so in
das Poliment hineingedruckt und jetzt erst kommt der „wahre“ Glanz. In
diesem Stadium käme jeder Fehler zum Vorschein, der vorher gemacht
wurde…
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27.
Zu guter Letzt bekommt das Ciotola natürlich noch seine Innen-
oder Aussenfarbe und wird danach mit einem starken Lack überzogen, weil
es ja ein Gebrauchsgegenstand ist, der lange Zeit schön bleiben soll.

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28.
In diesem Stück könnten Sie Ihre Süssigkeiten anbieten
oder die kleinen, schönen Dinge Ihres Alltags
aufbewahren:
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